Unsere Einsätze

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Wie läuft ein Feuerwehreinsatz ab?


1. Alarmierung

Nachdem der Notruf bei der Einsatzleitstelle in Zeven aufgelaufen ist, entscheidet der dortige Disponent über die benötigten Hilfskräfte: Rettungswagen, Notarzt oder eben - die Feuerwehr.

Je nach Einsatzumfang wird die Feuerwehr Bötersen beispielsweise nur über Funkmeldeempfänger (zwischen 17:00 und 7:00 Uhr für Kleineinsätze) oder über Sirene (grundsätzlich zwischen 7:00 und 17:00 Uhr und bei größeren Einsatzlagen) alarmiert. Alle so erreichten Feuerwehrmitglieder müssen nun so schnell wie möglich zum Feuerwehrhaus kommen, ohne Rücksicht auf die Tageszeit oder derzeitige Tätigkeit.

Dies stellt in kleinen Orten heutzutage übrigens ein Problem dar: viele Feuerwehrleute arbeiten auswärts oder können ihren Arbeitsplatz nicht verlassen, und stehen somit tagsüber nicht für Einsätze zur Verfügung! Aus diesem Grund müssen während der Arbeitszeit häufig mehrere Ortsfeuerwehren gleichzeitig alarmiert werden. Sehr wichtig ist deshalb auch, dass sich möglicht viele Mitglieder für die Freiwillige Feuerwehr finden!

Grundsätzlich gibt es im LK Rotenburg drei Alarmstufen: "1" (eine Ortsfeuerwehr, evtl. zusätzlich ein wasserführendes Löschfahrzeug), "2" (eine oder mehrere Ortsfeuerwehren, min. eine Stützpunktfeuerwehr) und "3" (überörtlicher Einsatz; mehrere Ortsfeuerwehren der Kommune und überörtlich stationierte Spezialfahrzeuge). Welche Stufe alarmiert wird entscheidet der Disponent auf Grundlage des Notrufes und dem von der Feuerwehr im Vorfeld aufgestellten Alarmplan.

 

2. Ausrücken

Zum Zeitpunkt der Alarmierung wissen die meisten Feuerwehrmitglieder noch nicht, was sie erwartet. Ein kurzes Einsatzstichwort ist lediglich über den Pieper zu hören (z.B. "Brand 1" für einen Kleinbrand). Deshalb muss das zuerst eintreffende Mitglied sich über Funk bei der Leitstelle "Florian Rotenburg" anmelden - dann wird der genaue Einsatzgrund und -ort mitgeteilt. Die Leitstelle weiss gleichzeitig, dass die Alarmierung funktioniert hat.

Alle eintreffenden Feuerwehrleute rüsten sich im Feuerwehrhaus mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung (Helm, Schutzjacke u. -hose, Stiefel und Handschuhe) aus, bevor sie zur Einsatzstelle ausrücken. Auf den Fahrzeugen wird schon die Aufgabenverteilung besprochen.

Wenn ein Fahrzeug voll besetzt ist, wird "Ausfahrt" an die Leitstelle gemeldet und der Einsatzort angefahren. Werden dabei Sonderrechte in Anspruch genommen (angezeigt durch Blaulicht und Martinshorn), können z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder rote Ampeln ignoriert werden!

Können heißt nicht müssen - denn verantwortlich im Falle eines Unfalles ist der Fahrer des Einsatzfahrzeuges weiterhin. Sonderrechte kann man sich nämlich nicht "nehmen", sie müssen von den anderen Verkehrsteilnehmern auch gewährt werden!

Verspätete oder überzählige Einsatzkräfte fahren mit dem Privat-PKW die Einsatzstelle an melden sich dort beim für sie zuständigen Gruppenführer. Über Sonderrechte bei der Anfahrt verfügen diese "Nachrücker" natürlich nicht.

 

3. Am Einsatzort

Die eintreffenden Fahrzeuge melden "Ankunft am Einsatzort" an die Leitstelle. Die Meldungen sind wichtig, um später aufkommende Fragen zu klären. Da der gesamte Funkverkehr aufgezeichnet wird, kann immer nachvollzogen werden, wieviel Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Feuerwehr verstrichen ist.

Vor Ort muss der Einsatzleiter (grundsätzlich der zuständige Ortsbrandmeister, oder, wenn dieser nicht dabei ist, der Gruppenführer) die "Lage erkunden", d.h. es wird:

  • überprüft, ob die im Notruf gemeldete Situation sich auch so darstellt
  • festgestellt, ob sich Menschen und Tiere in Gefahr befinden
  • abgeschätzt, ob der Einsatz mit dem vorhandenen Personal und Gerät bewältigt werden kann

Danach ordnet der Einsatzleiter weitere Maßnahmen an. Aber jeder Einsatz läuft anders ab, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, zu reagieren!

  • Brandeinsätze: meist müssen Atemschutzgeräte angelegt werden (gegen den gefährlichen Brandrauch), eine Löschwasserversorgung vom Hydranten oder einem "offenen Gewässer" (Bach, Teich) muss hergestellt werden, usw.
  • Hilfeleistungseinsätze: hiermit können genauso vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume sowie Verkehrsunfälle gemeint sein. Entsprechend weit gestreut ist die Zahl der Gegenmaßnahmen. Je nach Tageszeit muss z.B. die Einsatzstelle mit Scheinwerfern ausgeleuchtet werden...
  • Wird spezielle Ausrüstung oder mehr Personal benötigt, informiert der Einsatzleiter die Leitstelle darüber. Diese alarmiert dann entsprechend weitere Fahrzeuge ( z.B. Drehleiter, Rüst- oder Gerätewagen) sowie speziell ausgebildetes Personal (z.B. Gefahrgutzug).
  • Zwischendurch gibt der Einsatzleiter regelmäßig Lagemeldungen an die Leitstelle durch, und informiert den Disponenten so über eingeleitete Maßnahmen und den Fortgang der Arbeiten.

Übrigens: Fehlalarme und Einsatzabbrüche sind nichts Ungewöhnliches. Automatische Brandmeldeanlagen verursachen häufig Fehlalarme; stellt sich eine Situation als nicht so gefährlich dar, werden zunächst alarmierte Feuerwehren wieder "nach Hause geschickt". Kein Feuerwehrmitglied ist deswegen böse - besser man alarmiert einmal zu oft als einmal zu wenig!

 

4. Danach...

Ist das Feuer dann gelöscht oder eine andere Gefahr beseitigt, wird dies wiederum an "Florian Rotenburg" gemeldet. Danach werden die benötigten Gerätschaften wieder abgebaut und in den Fahrzeugen verstaut oder bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Zeven getauscht (Atemluftflaschen, Schläuche). Erst danach geht´s wieder "nach Hause" ins Feuerwehrhaus - und für einige Feuerwehrleute wieder zur Arbeit...

 

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